Ein Ende und ein Anfang!

Ende des Jahres…

…Ende der Website. Nun ist es raus. Es musste schnell gehen, ich weiß nicht wie ich es sanft einleiten soll.Wie euch sicher aufgefallen ist, wurden die Tage zwischen den Posts immer mehr und mehr. Irgendwelche Mitteilungen aus den Fingern saugen wollte ich nicht und die Pläne waren noch nicht so gereift um sie zu veröffentlichen.

ABER JETZT!!!!

…ist es soweit. Es wird einen neuen Anfang geben. Doch dafür muss auch etwas enden. Als erstes wird es diese Website sein. In unserer Zukunft geht es nicht mehr um so viele Tiere, vor allem nicht bei uns zu Hause. Alles nur umgestalten fand ich nicht so toll, deswegen gibt es eine neue Seite. Www.alexandratogo.de

Dort findet ihr uns und alles aktuelle um uns und unsere

                          Weltreise

Jajajaja, so sieht es aus. Wir starten in die Welt. Das bedeutet leider das Ende unseres schönen Hofes. Zumindest so wie wir ihn geführt haben. Eventuell findet sich ein Pächter, so dass die Pferdepension weiter gehen kann und dann idealer Weise noch ein Mieter für das Haus. Wenn dieser gute Fall nicht eintreten wird, dann werden wir verkaufen.

Das hat den Vorteil, dass wir nicht immer zurück denken müssen. Allerdings hat es auch den Nachteil, dass unser zu Hause weg ist. Wir sind uns allerdings nicht sicher, ob das hier unser zu Hause ist, oder vielleicht ein anderer Fleck auf dieser Erde. Oder gar die ganze Welt?

Die Pläne wachsen noch, deswegen wird es noch keine Präsentation einer durchorganisierten Reise geben. Ob es das jemals geben wird, weiß ich auch nicht. Es gibt so viele „vielleichts“ und „wenns“ und „mal sehens“, vielleicht (schon wieder) lassen wir es einfach auf uns zu kommen und machen los. Was aber fest steht, dass wir den Betrieb einstellen. Dafür haben wir schon die Rinder und ein Teil der Schweine verkauft. Das verladen in den LKW ist an sich schon nicht schön und dann auch noch alle Tiere auf einmal, da wird einem das Herz schon ganz schön schwer. Wenn man zu unserem Haus abbiegt muht es einem nun nicht mehr entgegen. Bey Bey ihr lieben Mutschis. Besonders Moonlight, die Kämpferin, Saphira und Jessica – die Flaschenkinder und Bulli – der Bulle.

Wir schaffen also Zeit, wie ich im vorhergehenden Artikel (Link) schon geschrieben habe. Ich nutze die Zeit zum schreiben, lesen und lernen. Ach und verkaufen natürlich. Dazu mehr im Artikel Geld für die Reise Außerdem werden verschiedene Routen durchdacht und die Weltkarte durchforstet wo man überall hin möchte.

Nun lasse ich euch erst einmal die Neuigkeiten verdauen, vielleicht (vielleicht mein Lieblingswort?) schaut ihr mal auf der neuen Seite vorbei und verfolgt uns damit durch die Welt ( Wink mit dem Zaunspfahl…bitte folgen, liken und teilen).

Wenn ihr fragen habt, dann stellt sie gern in den Kommentaren, es wird alles beantwortet.

Schönen Tag wünschen wir euch, bis bald!

Winter…Pause

Heute gibt es endlich wieder einen Bericht von unserem schönen Hof. In letzter Zeit war viel zu organisieren und zu planen. Damit wollte ich euch nicht weiter langweilen. Doch mir ist wieder etwas aufgefallen, dass ich an mir schon einige Winter beobachtet habe.   Der Sinn der Winterpause und das mein Körper danach verlangt. Auch mein Kopf beginnt das vergangene Jahr zu betrachten, zu ordnen und zu überlegen, was soll in Zukunft passieren? Stimmt denn mein Kurs? Was muss ich verändern oder verbessern?

Wir, der Mann und ich, haben mit diesen Gedanken dieses Jahr schon etwas eher angefangen und stecken nun mittendrin in der Super-Zukunftsplanung. Doch erst mal haben wir etwas dafür getan, dass wir Winterpause haben können. Wir haben uns Zeit verschafft, etwas anderes auszuprobieren. Nämlich Zeit zu haben. Nur darüber zu reden reicht manchmal nicht, man muss es auch praktisch versuchen. Einfach mal eine Sache ändern und beobachten was daraus entsteht.

Woraus besteht also unsere Hauptarbeit? Tiere versorgen. Wir haben also unsere Rinder und Schweine verkauft.  Noch sind ein paar da, aber die Versorgungszeit ist schwindend gering und wir haben noch unseren super-Mitarbeiter. Der ist vielleicht kein Winterschläfer? Jedenfalls kümmert er sich hervorragend, so dass der Mann und ich uns um unsere Zukunft kümmern können.

Der Winter hat aber tatsächlich viel Sinn und wir können uns viel aus der Natur abschauen. Die Pflanzen werfen alles unnötige energiefressende wie Blüten und Blätter ab und verkriechen sich in ihr Inneres. Damit können sie überwintern und sammeln Kraft. Das sollten wir Menschen auch versuchen. Wir sollten die Ruhe und Langsamkeit annehmen, zusammen rücken und reden, Wärme und Nähe genießen. Auch mehr Schlaf ist durchaus sinnvoll, sonst sind wir im Frühjahr gleich wieder müde, wenn sich alle Welt wieder nach draußen wagt und alles schneller gehen soll.

Meine Shiatsu-Frau, tolle verrückte Frau übrigens, hat es mir mit Essenz-Töpfchen erklärt. Wir haben also in unserem Inneren diese Töpfchen und die müssen wir wieder auffüllen. Wir sollten auch nicht nur aus dem einen Topf schöpfen, leer machen ist auch keine gute Idee. Die Waage sollte es sich halten. Das ist natürlich leicht gesagt. Das Bild hilft mit allerdings sehr, wenn ich mal wieder weniger motiviert, feurig oder keinen Elan habe, dann weiß ich, dass ich Pause machen muss. Während ich dann so irgendwo rumliege, fülle ich meine Töpfchen. Die Langsamkeit sollte wieder entdeckt werden, die wertvolle Zeit für sich in der kein Konsum oder berieseln von Medien stattfindet. Ich möchte es nicht als Meditation bezeichnen, da viele Menschen gleich eine Abneigung nur wegen dem Wort haben. Aber im Endeffekt ist es nichts anderes. In Ruhe und mit Zeit in sein inneres lauschen.

Die Langsamkeit entdecken

Nichts empfinde ich in unserer heutigen Zeit schwerer als langsam zu machen. Immer erreichbar, immer schnell antworten, schnell noch das erledigen, schnell noch super-Mama/Papa/Trainer/Sportler/Bäcker/Näher und so weiter sein. Das geht einfach nicht. Zumindest nicht alles gleichzeitig und auf einmal. Einen Tag kann man das sein und den anderen das. Super-Mama mag ich immer sein, aber auch davon bin ich Milliarden Jahre entfernt. Doch damit versuche ich mich anzufreunden. Ich möchte jeden Tag ich sein. In aller Ruhe und dafür um so genauer. Ab und zu muss ich überlegen wer ich bin, dafür benötige ich wieder die Langsamkeit, sonst hetze ich irgendetwas hinterher und schaue Abends traurig in den Spiegel.

Wenn man jetzt nicht gleich alles aus der Hand legen kann um in sich zu gehen, gibt es sicher ein, zwei hilfreiche „Verlangsamer“. Mein Liebling darunter: Lesen. Bücher fressen die Zeit einfach so auf und entführen mich an fremde Orte. Mein Kopf wird freier und voller Ideen. In dieser Jahreszeit finde ich die Bücher von Jostein Gaarder (zum Beispiel Das Weihnachtsgeheimnis (Reihe Hanser) )
toll, da ich mit ihm zusammen in die tiefen tauchen, Weite träumen und Seifenblasen machen kann. Danach gleiten meine Gedanken von allein weiter, er gibt mir einfach einen Anstoß.

Ruhe genießen

Damit bin ich schon gut ausgestattet. Nun fehlen nur noch ein paar kleine „rundrummis“. Zum Beispiel Kerzen, Tee, Kamin oder zumindest eine gute Wärmequelle, wahlweise Badewanne oder Bett und wer kann oder mag eine leise Musik. Und am allerwichtigsten Handy weit weg!

Jetzt sind wir voll Natur und tanken unsere Töpfchen voll. Auf die Plätze, fertig….pssssst.

Viel Spaß dabei!

P.S.: erzählt mir doch mal, wie ihr Ruhe in euer Leben bringt!

Die Hühner und ich.

Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich aufs Huhn gekommen bin. Ich glaube durch meine erste Clickertrainerin Antje Tjarks, die irgendwann erwähnte, dass sie zum Hühnertraining fahren würde. Ich habe geguckt wie alle:“Was, Hühner?“ Vergessen habe ich es nie und so war es letztes Jahr auch für mich so weit. Modul 1 habe ich geschafft und die Hühner haben mich in ihren Bann gezogen.

Denn die Hühner machen bessere Trainer aus uns. Sie sind schnell, interessieren sich eigentlich nicht für uns und schubsen können wir sie auch nicht. Sie „zwingen“ uns also an uns selbst zu arbeiten, denn wenn wir Murks machen, stellen sie einfach die Arbeit ein.Hier kann ich mir nicht mit einer Gerte, mit Sporen oder Knotenhalfter helfen. Und wie gern möchte ich all das auch am Pferd weglassen.

Ich habe schon immer gern Freiarbeit gemacht. Doch wirklich frei war sie nie, Herr Pferd hatte nur wenig Lust darauf. Wie oft musste er sich das „Join Up“ über sich ergehen lassen…ach, hätte ich doch damals schon mehr gewusst. Aber seit dem Clickern ist unsere Freiarbeit traumhafter Dauerzustand geworden. Und wenn Herr Pferd keine Lust hat, dann weiß ich, dass ich ihm keinen Spaß mache. Und das ist nicht in Ordnung. Ich will ja auch Spaß mit ihm haben. Also soll er auch Spaß mit mir haben.

Jedenfalls war ich dieses Jahr wieder Hühner füttern. Fünf Tage lang durfte ich von Nina Steigerwald lernen und mich dazu nöch verwöhnen lassen. Zu den Modullehrgängen kann man sich voll auf seine Kopfarbeit konzentrieren, da für Wärme und leibliches Wohl gesorgt wird. Und für das Kopffutter sorgt Nina, immer im Wechsel mit vielen Praxiseinheiten.

Als ich anfing zu clickern, hatte ich die Grundtheorie nochmal aufgefrischt, die wir auch schon in Biologie hatten. Also klassische und operante Konditionierung. Das hat auch eine Weile gereicht, aber irgendwann kommt man an den Punkt wo man komplexere Dinge oder Ketten trainieren möchte. Und da geht es ja los mit den Fehlern und dem Nichtwissen wie kleinschrittig die Aufgaben sein können. Das fällt mir nach wie vor am schwersten, die Zwischenschritte erkennen oder Schemata in die ich hineinrutsche zu verändern. Warum wird mein Pferd auf einmal unhöflich oder warum wird das Verhalten schlechter? In der täglichen Arbeit fällt es mir oft schwer, die Zeit zum beobachten zu haben. Meist komme ich erst Abends dazu, darüber nachzudenken. Aber für den nächsten Tag gilt: Trainiere nicht das Tier von gestern! Wo setze ich denn nun aber an?

Das ist sehr spannend an den Hühnern zu beobachten. Mal bin ich Trainer, mal Co-Trainer, ich werde beobachtet und mal kann ich beobachten und entdecke dabei auch Dinge, die ich auch mache. Wackeln, zucken, lächeln, immer wieder das gleiche clicken, das falsche clicken…die Liste ist endlos. Aber je mehr einem auffällt, je mehr man ändert, desto besser wird es. Total verblüffend: Ändere dein Verhalten, dann wird auch dein Tier sein Verhalten ändern! Das sollte für alle Arbeiten am Tier gelten, auch wenn man nicht clickert.

Wie verändert man Verhalten? Wir müssen es beobachten, aufschreiben und uns genau die nächsten Schritte überlegen. Trainingspläne und wie wertvoll sie sind, habe ich auch die Tage bei Nina erfahren. Einfach drauf los trainieren hat einfach mal gar nicht funktioniert!

Und wozu sind Pläne da? Um sie zu ändern! Also beobachten, feststellen und reagieren. Ziemlich wahrscheinlich muss man wieder alles aufschreiben. Ich konnte so viel genauer meine Schritte planen und viel besser trainieren. Das war positive Bestärkung für mich und mein Tier. Da setze ich also an. Am Pläne schreiben, wenn-dann-Situationen formulieren und nächste Schritte planen.

Nochmal zurück zu Nina. Was ich bei ihren Kursen sehr toll finde ist, dass sie es schafft mich so viel selber erfahren zu lassen, ohne Frust dabei zu bekommen und am Schluss doch das Ziel zu erreichen. Ich habe also fast alle Fehler gemacht, wieder ausgebessert und mein Huhn hat sich am Schluss immer noch dahin bewegt wo ich wollte.“ Guck auf die Füße, wenn du sehen willst, ob dein Huhn sich bewegt!“ – Nina Steigerwald-

Nun bin ich motiviert und voller Wissen wieder zurück und versuche Hund und Pferd um Pylonen eine 8 laufen zu lassen. Mir begegnen spontan altbekannte Fehler wieder. Sehr amüsant.

Auf das wir unseren Tieren bessere Partner werden!

Der Winter ist da!

Zumindest hat er mal kurz vorbei geschaut. Es war kalt, der Boden war schön gerfroren und alles riecht gleich nach Weihnachten. Also zumindest bei uns, der Mann hat die Räucherkerzen ausgepackt.

Nun als erstes die Neuigkeiten vom Trail. Er ist leider nicht fertig geworden, so wie wir uns das vorgestellt haben. Uns ist neben Haushalt, Kindern, der täglichen Arbeit, und sosnstigem Kleinkram einfach so die Zeit davon geflitzt. Deswegen gibt es leider keine Raufen mit hübschen Dächern. Aber…

Wir haben Wege angelegt, die bis jetzt gut angenommen werden. ein paar Reize für die ganz entfernten Ecken müssen noch geschaffen werden. Außerdem bin ich sehr begeistert wieviel Platz ist und sich unsere vielen Pferde gut verteilen.

An einer Strecke befindet sich ein Slalom, der eingehend begutachtet wurde. Auf meinem geliebten Hügel habe ich allerdings noch niemanden stehen sehen. Nachdem jetzt ein paar Tage vergangen sind und es ausreichend geregnet hat, sind die nassen Pferdchen auch in den Stall rein gegeangen. Auch hier ausreichend Platz, da strahlt das Frauchen.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Trail und die Tiere können schön draußen sein. Das macht mich glücklich.

Heute haben wir die letzte Weide für dieses Jahr freigegeben. Die Freude war groß und es wurden erstmal die Grenzen erflitzt.

Das letzte Gras macht uns natürlich jetzt Beine mit dem Trail fertig zu werden. Die Pfosten stehen, der große Unterstand ist frei, der Ausgang auch, besonders freue ich mich über den Kletter-und Spielhügel :

Außerdem wird es zwei Knabberecken geben mit vieeeeel Tannenzweigen, danach wird es eine Totholzabgrenzung. Also Wetterschutz und Rundherumlaufimwegstehdings. Desweiteren werden zufällig riesige Baumstämme dahinfallen wo der Weg ist. Und hoffentlich regnet es noch viele Hackschnitzel, damit die Wege schön ausgefüllt sind. 

So der Stand der Dinge und die Pläne. Fortschritte werden dokumentiert und geteilt. Wir wünschen einen schönen Abend.

Do it yourself!

Wir entdecken gerade das selber machen. Zuerst begann es aus der Not heraus, da das Brot alle war. Ich hab also geschaut, was wir da haben und daraus zaubern können. Gereicht hat es für Milchzöpfe. 

Dann war die Milch alle. Was also zum Frühstück ins Müsli machen? Sag mal…was ist denn mit den ganzen Kühen, die da draußen vor unserem Haus stehen? Kurz abgewogen, ob wir wirklich jeden Tag zweimal melken wollen…Ja, wollen wir!

Wir haben also spontan unsere beiden zahmen Muttis Saphira und Jessica reingeholt, mit Privatbetreuung, Extrakraulung und Superstreicheln verwöhnt, um dann mal anzufragen ob sie uns an ihr Euter lassen. Jessica war überhaupt nicht begeistert, kennt es aber auch gar nicht. Saphira hat fröhlich ihr Heu gemampft und uns machen lassen. Aber es war auch nicht ihr erstes mal.

Nach ein paar Tagen hat sich Jessica immer noch beschwert, laut und schmerzhaft für uns, und auch nicht sonderlich viel Milch gegeben.Also haben wir sie wieder rausgelassen. Saphira genießt ihren Promi Status und frisst uns die Haare vom Kopf. Gibt dafür aber jeden Tag mehr Milch.

Nun haben wir also ein Haufen Milch. Und jede Menge Milchzöpfe. Aber wir können natürlich nicht die ganze Zeit davon leben und ohne was drauf ist auch langweilig. Also habe ich noch Brot gebacken, mit Körnern, Ohne Körner, Weißbrot, Mischbrot und Vollkornbrot(was nicht aufgegangen ist, Aber trotzdem lecker war).

Doch dafür braucht man keine Milch. Also muss noch etwas anderes her. Frischkäse, Quark und Butter. Neuerdings herrscht tatsächlich Mangel an Dosen und sonstigen Behältern. Ansonsten freuen sich Einsteller und Freunde über frische Milch. 

Meine Hände schmerzen zwar, aber alles selbstgemachte schmeckt herrlich und die Kinder haben auch viel Spaß.

Das spannende Leben auf dem Hof geht weiter.

Die Tage waren voll mit Kindern, flüchtenden Rindern, kranken und neuen Pferden. Und bauen. Damit will ich beginnen. Die fleißigen Männer haben endlich den Stall bauen können. So sieht jetzt das Häuschen für die Pferdchen aus. Ganze 130m2 Platz zum unterstellen und hoffentlich einkuscheln. Wir werden wohl als erstes ausprobieren, ob unsere Pferde sich mit Hackschnitzel als Liegestelle wohlfühlen und ob sie überhaupt da drin liegen wollen. 

Und einen ordentlich Eingang gibt es nun auch.

Und einen Ausgang für die Pferde gibt es auch :


Irgendwann kamen uns dann ein paar Rinder auf dem Hof entgegen. Sie haben beschlossen, dass die Weide leer ist und sie jetzt wieder nach Hause möchten. Wir sind dann losgetigert um die restliche Herde zu holen und hier gab es für mein super-Pony eine Premiere: Rinder schubsen. 

Er hat das wirklich super und entspannt erledigt. Und ich hatte meinen Spaß und weniger Laufarbeit. Der Mann möchte das nächste mal auch nicht mehr zu Fuß gehen, hat er sich gewünscht. Denn das Kälbchen hier war einfach zu schnell fürs Pony bei dem nassen Boden und wurde per Fuß von vier Menschen gefasst:

Endlich mal Kälbchen streicheln für die Kinder! Apropos Kinder…die wollten natürlich auch am Wochenende was von uns, also gab es Lagerfeuer, Kletterhalle und gemeinschaftliches Tiere versorgen. 

Für mich war es ein verrücktschönes, spannendes Wochenende. Mir hat es viel Spaß gemacht und ich wünsche mir und uns so viele weitere davon.

Bändige die Ungeduld!

Wir alle wollen mit unseren Pferden reiten, schön reiten, harmonisch reiten und Abenteuer gemeinsam erleben.

Meist endet dieser  Traum sehr schnell, wenn wir in unserem Traumzauberland an unser Pferd gehen und gar nicht richtig hinschauen, ob unser liebes Pferdchen auch schon im Traum angekommen ist. Natürlich nicht, also wird es uns durch zappeln, unhöflich sein und Unarten aus dem schönen rosa Einhornland in das graue Deutschland zurück holen. Die Achtsamkeit, Rücksicht und Kommunikation ist ein anderes Thema und soll noch mal in Ruhe zu einem anderen Zeitpunkt bearbeitet werden.

Worauf ich heute hinaus will, ist das Training hin zur Harmonie, besten Freundschaft und dem schön reiten. Erstmal natürlich, dass man die passende Art und Weise des trainieren für sich und sein Pferd gefunden hat, dass man damit das Pferd gesund arbeitet und reitet, dass man nie die Selbstreflektion vergisst und vor allem noch Spaß daran hat. Das sind wahnsinnig viele Themen, Gedanken, Erfahrungen und Meinungen. Für all das, für sich selber, sein Pferd, für die Menschen rundherum, die ganzen Ausbildungssysteme, käuflich zu erwerbende Must-Haves und so weiter braucht man vor allem eins: Geduld.

Also das was wir alle nicht mehr haben, davon brauchen wir im miteinander mit unserem Pferd doppeldreifachunendlich viel mehr. Wie bekommt man Geduld? Ich denke, durch Motivation und Wissen.

In den ethischen Grundsätzen ist festgehalten, dass man sich weiterbilden soll um seinem Partner Pferd gerecht zu werden in Haltung und Training. Wenn man an diesem Punkt konsequent dran bleibt hat man schon den Part Wissen. Weiterbildungen und Lehrgänge finde ich immer sehr inspirierend und motivierend für meinen Alltag und die verschiedenen Pferde die ich in der Hand habe.

Letzte Woche fand wieder ein Longenkurs mit Lisa Kittler statt. In diesem Lehrgang, den alle Teilnehmer schon öfter besucht haben und zu hause fleißig weiter arbeiten, hat man sehr schön gesehen was kontinuierliche und langanhaltende Arbeit an gesundem laufen und reiten bedeutet. Schöne, sich selbsttragende und mit Freude ausstrahlenden Pferde arbeiten ist so erfüllend und beglückend, dass ich motiviert nach hause fahre weiter mache. Es gibt wahnsinnig viele Ausbildungswege und Lehrer, jedes Pferd braucht verschiedene Bausteine. Man soll also nie nach Schema F arbeiten, stur das eine durchsetzen, sondern viel mehr an seinem Blick und Gefühl arbeiten. Da kommt wieder der regelmäßige Unterricht ins Spiel. Auch wenn man ein eigenes Pferd hat, ist es sinnvoll sich auf andere zu setzen oder zuzuschauen und miteinander sehen lernen.

Den passenden Reitlehrer finden ist natürlich nicht einfach, Aber definitiv möglich.

Nun sind wir schon motiviert und sammeln fleißig Wissen, dann nehmen wir noch eine Portion Pferdeverstand dazu (Kein Sportgerät) und dann müsste eigentlich die Geduld für ein gutes Training da sein. Und die Erkenntnis, dass Training und lernen seine Zeit braucht. 

Nehmt euch Zeit für euch und euer Pferd. Der Weg ist das Ziel!

Arme frierende Pferde…?

Es gibt zu dieser Jahreszeit mehr als genug Artikel zur Aufklärung über den Wärmehaushalt des Pferdes. Aber irgendwie habe ich das Bedürfnis, das ganze Thema auch nochmal aufzurollen.

Bei uns im Stall wird sich bei diesem Regenwetter, aber 10° Außentemperatur, beschwert, dass die Pferde noch draußen auf der schönen Wiese stehen und frieren müssen. Es wird überlegt ob eine Decke helfen würde oder ob wir die Pferde nicht reinholen können. Dann gibt es ja Einsteller, die durchaus offen für eine wissenschaftliche, professionelle Meinung sind und dann gibt es „die anderen“. Also hier nocheinmal die Erklärung, in meinen knappen Worten wiedergegeben und als Artikel von Pferdedialog.

Wenn das Pferd nicht gerade 20 jahre in einer Box gestanden hat, dann vermag das Pferd durchaus Winterfell bilden, die Haare leiten das Wasser nach unten ab und die Talgschicht weist es ab, auch zittern hilft Wärme zu bilden. Insgesamt ist die Thermoregulierung bei einem Tier, dass immer draußen ist, natürlich geregelt.

Lasst unser Pferd ein Tier sein! Es ist kein Haustier, sondern „nur“ domestiziert. Wenn wir unseren Pferden so viel Natürlichkeit wie möglich geben, in Form von Haltung, Pflege, Fütterung und Umgang, dann sind alle Pferde in der Lage warm und gesund zu bleiben. Hier ist nochmal der Wohlfühlbereich der Pferde beschrieben, wir liegen also momentan im goldenen Bereich.

Wie bei allen Themen bin ich gegen Prinzipienreiterei. Es gibt also Ausnahmen, wo eindecken defintiv nötig ist. Wenn ein Pferd verletzt ist, einen Unfall hatte, Schockzustand und Blutverlust nehmen dem Pferd die Möglichkeit die Wärme im Körperstamm zu halten. Dann dürfen wir durchaus unterstützen.

Aus eigener Erfahrung hat sich eine einfache Regendecke bei alten Pferden bewährt. Meine drei „Fallbeispiele“, alles Mitzwanziger, sind im Fellwechsel deutlich weniger abgemagert und haben den Winter fitter und munterer überstanden. Aber für solche Ausnahmen sollten alle Besitzer bitte einen neutralen und vernünftigen Blick auf ihr Pferd werfen. Das ist wirklich schwer, wir sind so nah dran an unserem geliebten Tier. Aber wenn wir es wirklich lieben, sollten wir in seinem Sinne entscheiden.

Und wie es manchmal so spielt, können die Pferde es uns nun endlich selber sagen, was sie möchten. Über Symbole können sie mit uns kommunizieren und sagen, ob sie eine Decke möchten oder nicht. Also ran ans trainieren und dann muss man auch im Stall nicht mehr diskutieren und sauer sein. Wir wollen doch alle, dass es unserem Freund Pferd gut geht.

 

 

Erlebnis Bauernhof

Wir hatten jetzt unsere ersten Urlauber bei uns auf dem Hof. Vater und Tochter haben etwas besonderes, ruhiges, Preiswertes und spannendes machen wollen. Ich denke das ist gelungen.

Geschlafen haben sie in ihrem Auto, Dusche und WC haben wir auf dem Hof. Tagsüber ist im Saloon geheizt, da gab es für Papa einen Cappuccino auf dem Campingkocher. Seine Tochter durfte zweimal reiten. Einmal Schnupperstunde und am nächsten Tag entspannte Geländerunde. Dann wurde noch das  Museum erkundet und ein Kinobesuch abgehalten. 

Sonst gab es Tiere, Blick in die Natur und viel Ruhe gratis dazu. 

Ich finde es schön, wenn es für andere auch schön und entspannend bei uns sein kann. Ich genieße immer sehr den Blick übers Feld, zum Wald und die Windräder, der Wind weht mir um die Nase. Es fühlt sich immer wie Aufbruch, los jetzt, Entwicklung an.

Und nichts anderes ist das Leben, nicht wahr?