Archiv der Kategorie: Jahreszeit

Winter…Pause

Heute gibt es endlich wieder einen Bericht von unserem schönen Hof. In letzter Zeit war viel zu organisieren und zu planen. Damit wollte ich euch nicht weiter langweilen. Doch mir ist wieder etwas aufgefallen, dass ich an mir schon einige Winter beobachtet habe.   Der Sinn der Winterpause und das mein Körper danach verlangt. Auch mein Kopf beginnt das vergangene Jahr zu betrachten, zu ordnen und zu überlegen, was soll in Zukunft passieren? Stimmt denn mein Kurs? Was muss ich verändern oder verbessern?

Wir, der Mann und ich, haben mit diesen Gedanken dieses Jahr schon etwas eher angefangen und stecken nun mittendrin in der Super-Zukunftsplanung. Doch erst mal haben wir etwas dafür getan, dass wir Winterpause haben können. Wir haben uns Zeit verschafft, etwas anderes auszuprobieren. Nämlich Zeit zu haben. Nur darüber zu reden reicht manchmal nicht, man muss es auch praktisch versuchen. Einfach mal eine Sache ändern und beobachten was daraus entsteht.

Woraus besteht also unsere Hauptarbeit? Tiere versorgen. Wir haben also unsere Rinder und Schweine verkauft.  Noch sind ein paar da, aber die Versorgungszeit ist schwindend gering und wir haben noch unseren super-Mitarbeiter. Der ist vielleicht kein Winterschläfer? Jedenfalls kümmert er sich hervorragend, so dass der Mann und ich uns um unsere Zukunft kümmern können.

Der Winter hat aber tatsächlich viel Sinn und wir können uns viel aus der Natur abschauen. Die Pflanzen werfen alles unnötige energiefressende wie Blüten und Blätter ab und verkriechen sich in ihr Inneres. Damit können sie überwintern und sammeln Kraft. Das sollten wir Menschen auch versuchen. Wir sollten die Ruhe und Langsamkeit annehmen, zusammen rücken und reden, Wärme und Nähe genießen. Auch mehr Schlaf ist durchaus sinnvoll, sonst sind wir im Frühjahr gleich wieder müde, wenn sich alle Welt wieder nach draußen wagt und alles schneller gehen soll.

Meine Shiatsu-Frau, tolle verrückte Frau übrigens, hat es mir mit Essenz-Töpfchen erklärt. Wir haben also in unserem Inneren diese Töpfchen und die müssen wir wieder auffüllen. Wir sollten auch nicht nur aus dem einen Topf schöpfen, leer machen ist auch keine gute Idee. Die Waage sollte es sich halten. Das ist natürlich leicht gesagt. Das Bild hilft mit allerdings sehr, wenn ich mal wieder weniger motiviert, feurig oder keinen Elan habe, dann weiß ich, dass ich Pause machen muss. Während ich dann so irgendwo rumliege, fülle ich meine Töpfchen. Die Langsamkeit sollte wieder entdeckt werden, die wertvolle Zeit für sich in der kein Konsum oder berieseln von Medien stattfindet. Ich möchte es nicht als Meditation bezeichnen, da viele Menschen gleich eine Abneigung nur wegen dem Wort haben. Aber im Endeffekt ist es nichts anderes. In Ruhe und mit Zeit in sein inneres lauschen.

Die Langsamkeit entdecken

Nichts empfinde ich in unserer heutigen Zeit schwerer als langsam zu machen. Immer erreichbar, immer schnell antworten, schnell noch das erledigen, schnell noch super-Mama/Papa/Trainer/Sportler/Bäcker/Näher und so weiter sein. Das geht einfach nicht. Zumindest nicht alles gleichzeitig und auf einmal. Einen Tag kann man das sein und den anderen das. Super-Mama mag ich immer sein, aber auch davon bin ich Milliarden Jahre entfernt. Doch damit versuche ich mich anzufreunden. Ich möchte jeden Tag ich sein. In aller Ruhe und dafür um so genauer. Ab und zu muss ich überlegen wer ich bin, dafür benötige ich wieder die Langsamkeit, sonst hetze ich irgendetwas hinterher und schaue Abends traurig in den Spiegel.

Wenn man jetzt nicht gleich alles aus der Hand legen kann um in sich zu gehen, gibt es sicher ein, zwei hilfreiche „Verlangsamer“. Mein Liebling darunter: Lesen. Bücher fressen die Zeit einfach so auf und entführen mich an fremde Orte. Mein Kopf wird freier und voller Ideen. In dieser Jahreszeit finde ich die Bücher von Jostein Gaarder (zum Beispiel Das Weihnachtsgeheimnis (Reihe Hanser) )
toll, da ich mit ihm zusammen in die tiefen tauchen, Weite träumen und Seifenblasen machen kann. Danach gleiten meine Gedanken von allein weiter, er gibt mir einfach einen Anstoß.

Ruhe genießen

Damit bin ich schon gut ausgestattet. Nun fehlen nur noch ein paar kleine „rundrummis“. Zum Beispiel Kerzen, Tee, Kamin oder zumindest eine gute Wärmequelle, wahlweise Badewanne oder Bett und wer kann oder mag eine leise Musik. Und am allerwichtigsten Handy weit weg!

Jetzt sind wir voll Natur und tanken unsere Töpfchen voll. Auf die Plätze, fertig….pssssst.

Viel Spaß dabei!

P.S.: erzählt mir doch mal, wie ihr Ruhe in euer Leben bringt!