Ferienkinderzeit und das liebe Matschwetter

Momentan ist es ein bisschen still auf dem Hof, dafür zaubern wir im Haus. 

Erst haben wir das Mädchenzimmer wieder aufgehübscht und nun bekommen die Jungs ihr Zimmer. Mein super Mann zaubert ein Hochbett. Es wird über Eck für beide Jungs. Große Freude und Aufregung und gewusel. Der Hund ist schon völlig fertig.

Ansonsten herrscht großes Krankenlager unter den Pferden. Viele dicke Beine. Eines hat sich hoffentlich nur vertreten, ein Bein mit entzündeten Wunden, das auf dem Weg der Besserung ist und eins mit richtig fieser Mauke.

Die Mauke ist eine bakterielle Infektion und bei diesem Pferd in der Fesselbeuge. Die Ursachenforschung ist schwer und leicht zugleich. Erstmal das offensichtliche: es konnten Bakterien eindringen, zum Beispiel durch eine Verletzung oder im Matschwetter, momentan vorhanden, aufgeweichte Haut. Diese Ursachen sollte man erstmal abstellen. Was jedoch, wenn die Mauke bleibt?

Ich bin der Meinung, dass jede Hautkrankheit einen „inneren“ Grund hat. Die Haut ist nicht mehr widerstandsfähig genug, wenn ihr Gleichgewicht gestört ist. Dieses wird gestört durch einen unrund ablaufenden Stoffwechsel. Fehlende Mineralstoffe, Ausscheidung von zu vielen Giftstoffe, die dann über die Haut raus müssen, oder Stress? Die Palette reicht weit. Also was tun? 

Ich stehe da und beobachte das Pferd. Allein, mit anderen Pferden und mit seinem Besitzer. Auch hier ist wieder das Zauberwort zuhören. 

Momentan sind die ersten Faktoren beseitigt, Schlamm und Wasser sind weit weg vom Huf. Beobachten wir nun die Entwicklung. 

Und bauen währenddessen ein Hochbett. 

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Nicht nur Märchenhaft…

…schön ist es auf einem Bauernhof. Gestern ist leider das Lämmchen eingeschlafen. Es hat wohl gar kein Kollostrum abbekommen und war sehr schwach. Ganz schön traurig. Auch für  die Kinder, die es die ganze Zeit gestreichelt und gehuschelt haben, weil ihm doch so kalt war. 

Da ging es ihr noch ganz gut.

Also liebe Früda, wie das Lamm getauft wurde, wir hoffen dir geht es gut im Schäfchenhimmel. Verzeih uns, dass wir dir nicht helfen konnten.
Und als hätte der Himmel auch geweint, hat es den ganzen Tag geregnet. Wir haben die Pferde immer mal trocken gelegt und gefüttert und waren zweimal große runde spazieren. Die Kinder haben das toll gemacht, auch wenn alle Pferde ihre kleinen Tricks ausprobiert haben. Mein Liebling ist Trick 13a: Pferd:“ich muss mich unbedingt am Bein kratzen!“ Und Zack, taucht es mit der Nase ins Grad ab. 

Ich finde es gut, wenn die Schüler das mal von unten sehen was da passiert, händeln und reagieren müssen. Auch wenn sie immer scharf aufs reiten sind, merken Sie doch selber wieviel sie von unten lernen. Und wie viel besser es doch dann von oben klappt. 

Mehr Neuigkeiten gibt es heute nicht, nur viel und noch mehr Wasser von oben. 

Immer was los hier…

Seit heute früh um sieben geht es hintereinander weg bei uns.

 Der Bagger ist wieder da, mit dem werden wir als nächstes die Flächen für die überdachten Fressplätze abziehen. Dann kam der große Lkw mit den Knochensteinen für die Fressplätze. Heute wird noch die Umrandung des Trails fertig gemacht und ich freue mich über unseren schönen Hügel für die Pferdchen.

Dann habe ich erstmal was mit den Kindern gemacht. Die sind ganz clickerverrückt. Erst ein bisschen trocken üben und dann ab ans Pony. 

Zwischendurch haben wir noch ein paar Schweine umgeparkt, die haben nun mehr Platz und ein bisschen Spielzeug. Die Kinder fanden es spannend und die Schweine haben gut mitgemacht. Für die Zukunft hätte ich gern ein geclickertes Führschwein, die anderen werden schon folgen. So zumindest der Plan.

Und jetzt kommt der super niedliche Teil. Gestern ist noch ein neues Lamm geplumpst.

Leider gibt die Mama keine Milch, nun wird es ein Flaschen (-und clicker) -Kind. Sie wurde Früda getauft.

In der Herde sieht es auch ganz entspannt aus. Die Leitstute diskutiert noch ein bisschen mit dem neuen, aber ansonsten darf er schon am Herdenleben teilnehmen.

So, nun wieder ab ans Pferd mit den Kindern, die wollen bisschen agility mit dem Pony machen und ein bisschen reiten. 

Ankunft…

Heute kommen die letzten drei Pferde für dieses Jahr. Wir haben auf der großen Wiese neben unserer Herde abgesteckt, es wird Heu und Wasser und noch Rest Gras geben. So können sich alle ein paar Tage über den Zaun beschnüffeln und die neuen Pferde können in Ruhe ankommen. Wir entscheiden immer individuell wie lange wir die Trennung aufrecht erhalten. Bei der letzten Eingliederung war es ca eine Woche.Da hatten wir sogar noch einen Zwischenschritt eingebaut mit doppelter Abtrennung. Erst sehen, dann schnüffeln, dann Hallo. Das verlief so tiefenentspannt, keinerlei gezicke ö.ä.. und wir öffnen dann auch eine sehr große Weide. Dadurch sind alle gut mit fressen beschäftigt.

Spannend wird es nochmal auf dem Trail. Dort ist einfach mehr Zeit zum spielen, natürlich weniger Platz und für alle ist dieser Trail neu. Sobald er fertig ist, werden wir ihn freigeben, damit die Besitzer mit ihren Pferden darauf spazieren gehen können. Und dann wird sich die Herde vielleicht nochmal neu ordnen. 

Für die Zusammenführung und die restliche Weidezeit wird es nochmal eine große, neue Weide geben. Wir werden beobachten und berichten.

Bauernhof live

Und wieder ein Ereignisreicher Tag auf unserem Recycling Hof. Endlich haben wir die Sauen draußen. So sehen für mich glückliche Schweine aus. imag1025

War gar nicht so einfach die Gitter und das Tor schubberfest zu machen, aber alles hält. Fröhlich wühlen sie sich durch den Mist und wälzen sich.

Nur Hanni traut sich nicht recht. Das erste Mal in der großen Freiheit behagt ihr nicht. Sie bleibt lieber in der Nähe der Tür, vielleicht lässt sie ja wieder jemand rein? imag1026

Jetzt kommt allerdings der spannende Teil. Was sagen die Pferde dazu? Der Reitplatz ist ja direkt daneben. Das erste Pferd hat schon klein beigegeben und seine Besitzerin in Sicherheit gebracht. Meine Unterrichtsstunde mit Berittpferd und Besitzerin hat quasi nicht stattgefunden. Dass Pferdchen hat sich zwar bewegt, allerdings völlig selbstständig und ohne seine Besitzerin. Da kam der Vollblüter durch, Nase hoch und vielleicht kann er ja die Schweine wegschnauben?!

Nachdem Hanni auch bei ihren Freundinnen angekommen ist, die Pferde alle mal „Hallo“ gesagt haben, soll es für heute reichen. Gute Nacht allerseits.

„Der Doktor und das liebe Vieh“

Nun habe ich schon für meinen zweiten Artikel ein recht schwieriges Thema.

Meinem Pferd geht es nicht gut. Er hat, seit er 6 Jahre alt ist, COB. COB bedeutet chronisch obstruktive Bronchitis. Entstanden ist sie klassisch durch eine verschleppte, nicht gut behandelte Bronchitis.Nun hat er bei hoher Staubbelastung und Wetterumschwüngen immer große Probleme und fängt an zu Husten. Es bildet sich zu viel Schleim in der Lunge. Das Ausatmen fällt ihm immer schwerer. Jedes mal, wenn wir wieder in einem Schub stecken, stellt sich mir die Frage, wie sehr quält er sich? Bis zu welchem Punkt lasse ich ihn mit dieser Krankheit leben? Muss es erst zu einem Lungenemphysem kommen?

Dabei stellt sich mir immer wieder die Frage, wie ich zu dem Thema einschläfern stehe. Oma und Opa schläfern wir ja auch nicht ein. Warum nehmen wir uns das Recht bei den Tieren raus? Und wo liegen die Grenzen? Gibt es Entscheidungshilfen? Muss ich mir vielleicht selber einen Entscheidungsfragenkatalog festlegen?

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Dieses Jahr war es eben besonders schlimm, durch den vielen Regen. Da alle Kräuter, Bewegung, Akkupunktur, inhalieren  und so weiter nichts geholfen haben, hat er nun zwei Monate Grasweide for free bekommen. Das Wetter ist nun auch besser geworden und der Husten wieder weg. Nun bekänpfen wir den dicken Grasbauch. Von einem Übel ins andere. Bald geht es in die Winterzeit und ab auf den Trail, also wieder Heu ad libitum. Hoffentlich verträgt er es.

Also bin ich wieder bei der Frage, was dürfen wir für unsere Tiere entscheiden? Ab welchem Punkt muss ich entscheiden?

Ich bin dafür bis zum Schluss alles zu geben, aber qualvoll zu Grunde gehen lassen ist keine Option. Und die Linie zum Menschen kann man nicht einfach so ziehen. Oma und Opa sind nicht aus ihrer natürlichen Lebensweise gerissen und domestiziert. Für mein Tier trage ich die volle Verantwortung, wie in den Ethischen Grundsätzen der FN festgehalten wurde. Also Brust raus und mit allem Mut und viel Mitgefühl alles für meinen Partner Tier geben.

Herzlich Willkommen auf unserer Seite: über uns, unseren Hof und unsere Tiere.

Ich hoffe mir gelingt der Start und ihr findet die Themen genauso spannend wie ich. In meinem ersten Beitrag soll es ein bisschen um mich, ein bisschen mehr um meine Pferde und am meisten um die Abenteuer die dieses Jahr noch anstehen, gehen.  Zu mir werdet ihr sicher Stück für Stück in meinem Blog erfahren, weil die Themen meine Arbeit und mein Leben betreffen. Pferde sind meine Arbeit und mein Leben. Ich habe erst spät zum Pferd gefunden und auch mehr durch einen Zufall. Aber mit 18 Jahren hatte ich auf Jack meine erste und Gott sei dank einzige Reitbeteiligung. Dank ihm bin ich nun, mit 29 Jahren Trainerin und lebe mit Mann, Kindern, Hunden, Schweinen, Rindern, Hühnern und natürlich Pferden auf einem schönen Hof in Sachsen.  Genau auf diesem Hof spielt sich das ganze Abenteuer ab. Wir bauen einen Paddock Trail! Juchhu! Ich habe schon mehreren Projekten beigewohnt und mitgeholfen. Aber dieser wird nun mein eigener. An dem bin nur ich Schuld. Und mein Mann. Ich bin sehr aufgeregt ob er funktionieren wird und wie ihn die Pferde finden.

Das Konzept Paddock Trail kommt aus dem Amerikanischen und beruht auf Beobachtungen der Wildpferde. Ich finde das ist die beste Art herauszufinden, was die Pferde brauchen. Das sollte jeder bei sich zu Hause auch machen. Einfach mal ein oder zwei Stunden Zeit nehmen und an den Koppelrand setzen, warten bis die Pferde ihre Neugier gestillt haben und einen wieder vergessen haben. Dann kann man beobachten. Wie fein ihre Kommunikation ist, wie sie sich fortbewegen, die Bewegung ihrer Haut bei der kleinsten Fliege. Seit ich mir Zeit für so etwas nehme, habe ich das Gefühl mein Pferd besser zu kennen, schneller zu verstehen.

Doch zurück zu unserem neuen Paddock Trail. Ich habe ihn mittlerweile Recyclingstall getauft, da wir bisher nur wiederverwertet haben. Und ich finde das toll. Warum immer neu kaufen, besonders bei dem vielen Holz. Zum Beispiel unser Unterstand, die Wände waren vorher ein Ziegenstall. Super gebaut und viel zu schade um ihn einfach zu

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Der Unterstand

verbrennen oder verrotten zu lassen. Die Koppelpfähle und die Heuraufe lagen alle noch bei uns auf dem Grundstück verteilt. Bei der Heuraufe gibt es schon Verbesserungspflicht. Den Heuballen einfach nur reinschieben erschien erst genial und einfach, aber die Pferde schieben ihn natürlich auch wieder raus. Hinten muss also doch eine Latte dran. Nun muss ich aber erstmal weiter bauen, damit auch neue Bilder und Erfahrungsberichte da sind, die ich mit euch teilen kann.